Amer Kobaslija

Ich möchte die Landschaft in und um Brig malen. Diese Arbeiten sollen einer visuellen Meditation über die mächtigen Gebirge, die die Stadt umgeben. Ziel ist es, die stetigen Veränderungen von Licht und Wetterbedingungen in der Umgebung während meiner Aufenthaltszeit einzufangen. Zusätzlich sollen neu gewonnenes Wissen und Erfahrungen über regionale Geschichte und Gepflogenheiten dieses Projekt ergänzen. Im Laufe meines Aufenthalts suche ich persönliche Kontakte mit der Bevölkerung, die mir ermöglichen einen neuen Ort zu entdecken, in Realität und Fantasie, und meinen Platz darin. 

Gleichzeitig, mit dem Erkunden der Umgebung möchte ich das Atelier malen, das den AiR Künstlern in Brig-Glis zur Verfügung gestellt wird. Während den letzten 10 Jahren, als ich von einem ort zum andern zog, malte ich Bilder meines eigenen Ateliers und das anderer Künstler. Dies sind minutiöse Wiedergaben von Arbeitsorten von Künstlern, die die Fülle von Dingen im Raum zu einer bestimmten Zeit aufzeigen, oft von oben oder von der Seite aus betrachtet. Aus der Sicht einer Mücke. Da diese Räume sehr persönlich sind, und jedes Objekt detailgenau wiedergeben wird, sind diese Bilder mehr als nur Interieur Malerei sondern sinnbildliche Stillleben und Selbstportraits. So betrachtet wird das Atelier zur metaphorischen Spiegelung des Innenlebens eines Malers, ein sichtbares Tagebuch und die Aufzeichnung einer Gemütsverfassung. 

Die zwei Arbeitsblöcke- Interieur und Landschaft-können als “Seelenlandschaften“ interpretiert werden. Bilder sind Türen, aber auch Spiegel, die so viel über den Betrachter aussagen, wie über das Gesehene. Ähnlich wie in der traditionellen chinesischen Malerei, ist das genaue Wiedergeben einer Szene wichtig, aber eigentlich der expressiven Resonanz unterstellt.