Minoru Morikawa

The BRIGht Light
Das helle Briger Licht

Minoru Morikawa

Als Gastkünstler in Brig seit Oktober 2014, freut es mich Ihnen mein Schlussprojekt, bestehend aus vier Installationen an drei Orten, zu präsentieren. 

Mein Hauptinteresse gilt der Unbeständigkeit aller Dinge. Wir leben mit einer sich permanent verändernden Wahrnehmung, wir bewegen uns zwischen den Dingen, die uns umgeben, mit Gedanken, die sich verändern, mit stetig neuem Wissen und Informationen, zwischen Erinnerung und Erwartung… Ich glaube, dass wir uns auf Identität, Persönlichkeit, Individualität und sogar Originalität nur fixieren, ich suche die Mehrdeutigkeit der Grenzen. 

“das Licht ( Geist )“ ist eine Installation mit mehr als 200 Fotografien des “Briger Lichts“, die ich während meines Aufenthalts in Brig gemacht habe. Das Licht hat eine vage Existenz, es befindet sich immer zwischen sichtbar/nicht sichtbar, figurativ/abstrakt, existierend und abwesend. Die Installation sieht man von 2 Seiten. Einerseits sieht man an eine Wand mit zwei horizontalen Lichtlinien oben und unten, die zeitweilig unterbrochen werden durch die Schatten der Personen, die sich auf der andern Seite der Wand befinden. Auf dieser andern Seite der Wand sieht der Besucher die Projektion der 200 Fotografien. Die Bilder befinden sich auch unter instagram.com/daslichtbrig/. 

“das Licht (Panorama)“ ist eine Installation mit einer Tonne Salz. Kommt man in den Saal, sieht man nur eine horizontale Lichtlinie, durch die man dann hindurch blicken kann und eine Panorama-Salzlandschaft entdeckt. Die Landschaft wurde von 100 Briger Primarschüler geformt und nimmt Bezug auf die Lokalität der Galerie, die zu Stockalpers Zeiten ein Salzlager war.

“das Licht (W.D.)“ ist eine Installation im Gastatelier und borgt sich zwei Bilder des 2013 verstorbenen Malers Willi Dreesen, der in eben diesen Räumlichkeiten jahrelang sein Atelier hatte. Aus diesem Grund war es für mich wichtig an genau diesem Ort seine Bilder auf verschiedene Arten zu präsentieren. Man sieht die Kohlezeichnungen von aussen durch das Fenster des Ateliers. Man sieht sie aber auch von innen in einer andern Atmosphäre, in einem andern Licht, Geräusche und Wahrnehmungen von aussen dringen durch die Papierzeichnungen gefiltert ins Innere. 

“Raum“ ist eine Installation im Pavillon des Stockalpergartens und bezieht sich auf die Mehrdeutigkeit von Räumen. Es befinden sich da 6 gebrochene Töpfe und ein Glas voll Wasser. Wasser ist formlos wie das Licht. Aus den Rissen der Töpfe fliesst Wasser und dehnt seine Eingrenzung aus. 

Diese Installationen konnte ich realisieren mit der Unterstützung der Gemeinde Brig-Glis, der Kulturkommission Brig-Glis, dem Kunstverein Oberwallis, der Farbe und Gips AG.

Mein persönlicher Dank geht an: Stefan Dreesen, Stefan Eyer, Arthur Huber, Roland Imhof, Anette Kummer, Monique Rubin, Herbert Theler, Damian, Dominik und Martin Walliser, die Schüler, die an der Kunstvermittlung teilgenommen haben, an meine Freunde und meine Familie.