Daniel Bräg, Dekomposition

Die Kunst des Pomologen Daniel Bräg hinterfragt unseren Umgang mit dem Wachstum und der Vergänglichkeit allen Lebens. Seine Materialien sind Produkte, die um uns herum spriessen und gedeihen und die wir benützen, auf dass wir spriessen und gedeihen. Seine Arbeit beginnt mit dem Sammeln von Fruchtblüten und Früchten, aber auch mit dem Zerkleinern und Stapeln des Holzes des Fruchtbaums. Der nächste Schritt seiner Arbeit ist die Konservierung. Hierzu verwendet er Einmachgläser, Flaschen, Kisten, Gestelle, Kühlschränke, alltägliche Dinge, die durch menschliche Arbeit ihre Bedeutung erhalten. In wunderbaren “Virtrinen“-Installation aus Einmachgläsern verschiedener Grössen, schwimmen die prallen Früchte in ihren Säften. Brägs Werkstatt ist eine Art Labor, indem er das Eingemachte durch sein Eingreifen zu einem verlangsamten Eigenleben initiiert. Er kreiert dadurch eine andere Wahrnehmung des Konservierens, eine die von der gewöhnlichen Bedeutung abweicht, aber immer noch davon infiltriert ist. Ist die Arbeit des Konservierens beendet und stehen die Gläser geschlossen auf den Gestellen und die Früchte im Kühlschrank, entwickelt sich unweigerlich der Verfallprozess, beginnt dessen eigene Performance. Säfte in Einmachgläsern verändern sich von durchsichtig zu bernsteinfarben, dunkle Flüssigkeiten in bauchigen Flaschen bilden helle Schaumkronen, Äpfel in Kühlschränken erhalten dunkle Flecken und entwickeln modrige Düfte… Was mal wuchs und gedieh, verfault und zersetzt sich, nimmt neue Formen an. Aus der Komposition wird eine Dekomposition. Welche im Endeffekt im Kreislauf der Natur neue Energien regeneriert.

Daniel Bräg wird anlässlich der TRIENNALE in der Galerie zur Matze eine „in situ“- Installation erarbeiten. Er hat Gastrecht in Brig, in der Artist in Residence Wohnung der Stadt und erhält somit die Möglichkeit sich in Brig aufzuhalten, wenn im Wallis die Obstbäume blühen und die Früchte reifen.