Unsere Gletscher schmelzen. In hundert Jahren werden nur mehr 20 bis 30 Prozent davon übrig sein. Einige Restgletscher werden bleiben, vor allem im Einzugsgebiet der Rhone. Mit dem Anstieg der Temperaturen weltweit mehren sich auch die Fels- und Bergstürze im Hochgebirge. Gelände, das bisher als stabil galt, ist betroffen.

Ende der Eiszeit – Der Berg kommt

Der Kunstverein Oberwallis hat zu dieser Sommerausstellung drei Künstlerinnen und eine Wissenschaftlerin eingeladen, die sich mit einem naturwissenschaftlichen Thema auf verschiedene Arten auseinandersetzen. Daraus entstanden ist ein äusserst interessanter Dialog:

Nicole Herzog-Verrey fotografiert seit Jahren die schwindenden Eismassen. Ihre Bilder zeigen die Trauer über den Verlust der fantastischen Gletscherlandschaften. In der Projektion Ende der Eiszeit sind Fotosequenzen zu sehen aus: Sublime Agonie, Bleeding Glaciers, Symptome des Untergangs, Am Tropf, Narben, Die Opfer. Die Fotoserie Am Krankenbett des Rhonegletschers illustriert die Ohnmacht, das Schmelzen des Gletschers mit grossflächigen Folien aufzuhalten. Nicole Herzog-Verrey wohnt in Madrid und verbringt den Sommer immer in Verbier.

Haken, Seile, Schlitten, Eispickel, Steigeisen… Damit bezwangen die Menschen das “ewige Eis“. Bald werden alle diese Gegenstände überflüssig sein und können im Keller an den Nagel gehängt werden. Anette Kummer aus Naters veranschaulicht mit ihrer Installation Ende der Eiszeit die Vergänglichkeit der Dinge.

In der akustischen Installation falling stones von Monique Rubin aus Ried-Brig wird die Stille im Hochgebirge unterbrochen durch das Rieseln und Hallen von in die Tiefe fallenden Steinen und das Krachen von ins Wasser plumpsenden Eisbrüchen.

Handwerk, Wissenschaft und Kunst: dazwischen bewegt sich die Kartographie. Mit Bergsturz als Karte wirft Elsbeth Flüeler einen Blick auf die Darstellung von Bergstürzen und die Entwicklung der Schweizer Reliefkartographie. Elsbeth Flüeler ist Geographin, sie wohnt in Fribourg und Stans.