Kurt Loretan

„typisch Wallis“ - Aquarelle

Kurt Loretan ist seit einiger Zeit ein wohl bekannter Maler in der Kunstszene des Oberwallis. Schon seit über 2 Jahrzehnten präsentiert er uns in vielen Ausstellungen seine Aquarelle. Von Anfang an erzählen seine Bilder von der Schönheit und der Ursprünglichkeit des Oberwallis, insbesondere der Gebiete um Leukerbad, des Lötschentals und des Goms.

In zarten und dezenten Farben fängt Kurt Loretan die Stimmungen ein, die ihm in der Natur mit ihren noch unberührten Landschaften, umgeben von den mächtigen Bergen, begegnen. Auch die typischen Walliserstadel in den verschiedensten Variationen sind ein geliebtes Motiv. Es fällt auf, dass die meisten Bilder von den Winterstimmungen mit ihren Schneemassen leben und eine sanfte Stille ausstrahlen. Kurt Loretan zeigt uns eben die echte Walliser Idylle.

In Leuk geboren und aufgewachsen in dieser Idylle zeichnet er schon als Kind leidenschaftlich gern und viel. Später, nach seiner Ausbildung zum Sekundarlehrer begegnet er als noch junger Mann dem zu dieser Zeit allgemein bekannten Aquarellmaler Albert Nyfeler, welcher in Kippel, im Lötschental wohnt und arbeitet. Diese Begegnung ist für Kurt Loretan bedeutend und der Auslöser zur tieferen Auseinandersetzung mit der Malerei. Immer wieder besucht er Albert Nyfeler in seinem Atelier und macht dabei selbst seine ersten Malversuche. Es eröffnet sich ihm eine Welt der Leidenschaft für das Aquarellmalen, welcher er sich in den kommenden Jahren intensiv hingibt.

Später gründet er mit seiner Frau Susanne eine Familie, aus der eine Tochter und ein Sohn hervorgehen. Als Familienvater und mit dem beruflichen Alltag des Lehrers fehlen ihm jedoch fortan die Zeit und die Musse für das Malen.

Zwei Jahrzehnte später nimmt Kurt Loretan die Malerei wieder auf, besucht Kurse an der Volkshochschule und nimmt zudem Privatunterricht bei der Malerin Fro Bleher in Bern. Immer wieder lässt er sich auch von dem Kunstmaler und Freund Oskar Rütsche beraten und fängt nun an, seine Werke in Ausstellungen zu präsentieren.

Auf meine Frage an Kurt Loretan, warum er in all dieser Zeit sich nie von der Aquarellmalerei abgewendet hat, erklärt er mir, dass er eben am liebsten das im Moment Wahrnehmende und Spürende zu Papier bringen möchte, ohne dies wieder zu verändern oder zu übermalen. Er habe es auch mit der Acryl-und Ölmalerei versucht, aber es liege ihm nicht.

Auch dazu, dass er durchgehend beim Figurativen geblieben ist, meint der Künstler, dass er sich doch hin und wieder in der abstrakten Malerei versucht habe, weil er dachte, er MÜSSE sich verändern. Jedoch finde er den Zugang dazu nicht, es fühle sich für ihn einfach nicht richtig, nicht authentisch an. Doch er möchte sich weiterentwickeln. Er besucht Kurse der Aktmalerei, wo er das schnelle Zeichnen lernt und damit das Wesentliche zu erfassen, um freier, frecher und gelöster malen zu können.

Wie erwähnt, zeichnen seine Bilder seit den Anfängen die schönen und intakten Seiten der Walliser Natur aus. Was er uns zeigt, ist immer das Idyllische, das Reine, die heile Welt sozusagen.
Kurt Loretan hält bewusst daran fest. Er liebt die Natur und möchte einfach nur deren vielfältige Schönheit mit ihren eindrücklichen Stimmungen, so wie er sie gerade erlebt und fühlt, wiedergeben. Und so präsentieren sich seine Bilder auch, harmonisch und lieblich, ohne Störendes darin zu erkennen. Ich meine, eine fast melancholische Nostalgie und Sehnsucht nach dieser heilen Welt zu spüren.
Es ist, als wolle er an dieser Welt festhalten, wo als Kind intensive und prägende Erlebnisse und Begegnungen in und mit der Natur ihren Anfang genommen und dadurch in ihm ein tiefes Gefühl der Geborgenheit ausgelöst haben. Seither begleitet ihn eine tiefe Verbundenheit mit den Landschaften und Tälern seiner Heimat, speziell auch zu den Bergen, welche ihn bis heute in ihren Bann ziehen; dies können wir an den zahlreichen Bergbildern erkennen. Fast spürt man die Zuneigung, welche er zu den archaischen majestätischen Riesen empfindet. Er kennt sie gut, die Berge, oft schon ist er ihnen nah gewesen bei seinen Wanderungen und Strahlungen. Es gibt ein paar wenige Bilder, die ein bisschen abweichen von Landschaft, Stadel und Berge. Sie scheinen mir sehr gelungen, z.Bsp. jenes mit den Schafen oder jenes mit den Traubenstöcken. Beim Bild mit dem Titel „höllische Anstrengung“ setzt er sogar mit dem kleinen roten Männchen mitten am Berg ein Prise Humor dazu.

Was Kurt Loretan letztlich mit seinen Werken ausdrücken will, ist seine Welt, seit Kindheit geblieben und sie wird es wohl auch bleiben. In einem Zeitungsartikel im Jahr 1993 wird Kurt Loretan zitiert:
„Berge - davon werde ich wohl nie genug bekommen, sie sind und bleiben mein Motiv, genauso wie Landschaft immer ein Thema bleiben wird für mein Malen“.