Marco Nicolas Heinzen

Eine grimmig dreinschauende Katze: ein Schnappschuss, fotografiert von einem Amateur mit seinem Mobiltelefon: das Bild der "Grumpy Cat" haben viele Internetnutzer kopiert, weitergeschickt und „geliked“. Aus der scheinbar stets schlecht gelaunten Katze wurde ein kleiner Star, die kleinen, pixeligen Fotos zu einem festen Bestandteil der kollektiven, globalen Webkultur. Solche „Memes“ malt Marco Nicolas Heinzen (*1983, lebt und arbeitet in Zürich und Brig) - klassisch und mehrschichtig, in Oel auf Leinwand - gross . Seine Kunstwerke nennt der 30-jährige aus Brig stammende Maler, welcher 2011 an der Zürcher Hochschule der Künste mit dem „Master of Arts in Fine Arts“ graduierte, „Visual Porn“, eine Anspielung auf Kitsch, Trash und die Subkultur des Internets à la „Tumblr“, „Facebook“, „Instagramm“ oder „4chan“. Im Hintergrund stehen Gedanken des Philosophen Walter Benjamin („Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit"), aber auch Referenzen an die Malereigeschichte, die Pop-Art, Andy Warhol und eine Unmenge Fragen wie z.B.: „Kann man heute überhaupt noch als zeitgenössischer Künstler das alte Handwerk der Malerei betreiben?“. Walter Benjamin stellte fest, dass vielfach kopierte Werke ihre Aura verlieren, weil sie nicht mehr einzigartig sind. Dieser inflationären Bilderflut des Internets versucht Heinzen durch die Einzigartigkeit des, vom kleinen Internetbild ins Grossformat kopierte und dadurch übersetzte, Ölbilds entgegenzutreten. Der Bildinhalt sind meistens Tiere in vermeintlich menschlicher Pose. Eine auf ersten Blick niedliche und kitschige Falle wird durch den Künstler subversiv benutzt, tritt jedoch schlussendlich zurück und übrig bleibt Malerei. Das Interesse an Heinzen`s Originalen ist groß, neben seiner ersten Einzelausstellung im Lokal-Int in Biel 2012 folgten zwei Ausstellungen im Nationalmuseum von Georgien, sowie mehrere Ausstellungen in den USA. Nun sind Marco Nicolas Heinzens Werke durch den Kunstverein Oberwallis das erste Mal im Wallis in einer Einzelausstellung in der Galerie zur Schützenlaube in Visp zu sehen. Die Ausstellung mit dem Titel „Eventually you will be dead, but today you are not“ (frei übersetzt etwa: „Wahrscheinlich wirst du einmal tot sein, aber heute bist du es nicht“) - eine Referenz an das „Carpe Diem – Pflücke den Tag“ der Renaissance - kann vom 24. Mai bis 15. Juni jeden Mittwoch bis Sonntag von 15:00 bis 18:00 besichtigt werden. Vernissage ist am Samstag, 24. Mai um 18:00 Uhr mit einer Einführung durch Professor Thomas Müllenbach, Dozent an der Zürcher Hochschule der Künste.